Bild 1. Frauenfeld ist die Hauptstadt des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die Stadt liegt zwischen den Wirtschaftsräumen Zürich und Bodensee. Die Region Frauenfeld wird jedoch hauptsächlich durch den Wirtschaftsraum Zürich beeinflusst. Gewerbliche und industrielle Nutzungen befinden sich im Norden der Stadt. Frauenfeld hat eine regionale Bedeutung als Arbeitsort. Wohngebiete liegen rund um die zentral gelegene Altstadt. Die Altstadt selbst befindet sich etwas erhöht neben dem Flüsschen Murg.
Bild 2 zeigt die Umsetzung der statistisch erfassten Daten in die Simulation. In diesem Arbeitsschritt wurden die Grundlagen für die Simulation abstrahiert. Für den Aufbau des virtuellen Stadtmodells wurden die folgenden Indikatoren verwendet: Anzahl Einwohner, Anzahl Beschäftigter in Dienstleistung, Gewerbe und Industrie und Anzahl Beschäftigte im Verkauf, sowie die Infrastruktur der Verkehrsführung des privaten und öffentlichen Verkehrs.
Bild 3 ist eine Situationsbeschreibung der Stadt Frauenfeld. Die Entwicklungspotentiale liegen konzentriert im Zentrum der Stadt. Die grössten Entwicklungspotentiale liegen im Bereich des Rathausplatz und um den Platz am Holdertor. Diese Entwicklungspotentiale begünstigen den wirtschaftlichen Erfolg der Nutzungen im Zentrum.
Bild 4. Durch den Einfluss das zunehmenden Verkehrs zerstreuen sich die Entwicklungspotentiale über das ganze Stadtgebiet, was in der Zentrumslage zu einer wirtschaftlichen Einbusse führt. Entsprechend dem zu- und abnehmenden Verkehrsfluss wechselt sich diese Situation ab mit der Situation aus dem Bild 3.
Bild 5 zeigt die Auswirkungen der Entlastungsstrasse des Projekts F21, welche südlich des Stadtzentrums geplant ist. Durch den Einfluss dieser städtebaulichen Massnahme verschieben sich die Entwicklungspotentiale aus der Zentrumslage nach norden. Dieses neue Entwicklungsgebiet ist im städtischen Vergleich eher unbebaut. Die Entwicklungspotentiale deuten auf einen wirtschaftlichen Erfolg durch Investitionen in Immobilen in diesem neuen Entwicklungsgebiet. Weil der heutige Zonenplan der Stadt Frauenfeld eine solche Entwicklung nicht zulässt und damit einen zukünftigen wirtschaftlichen Erfolg dieser Stadt behindert, wurde eine Zonenplanänderung in diesem Gebiet vorgeschlagen.
Bild 6 zeigt, wie sich die zukünftigen Entwicklungspotentiale, ausgelöst durch das Projekt F21, bei zunehmendem Verkehrsaufkommen verhalten. Die Entwicklungspotentiale werden bei verstärktem Verkehrsaufkommen vom Norden nach Osten springen. Vergleichen Sie dazu die Situation aus dem Bild 5. Dieses Verhalten kann auch als pulsieren einer Stadt bezeichnet werden. Diese Entwicklungspotentiale im Osten sind ausgedehnter als die im Norden. Der Zonenplan der Stadt Frauenfeld könnte den wirtschaftlichen Druck in diesen Gebieten, ausgelöst durch die Entwicklungspotentiale, auffangen, was eine Zonenplanänderung im Osten nicht zwingend notwendig macht.
Die Stadt Frauenfeld wird zwei neue Entwicklungsgebiete erhalten, welche als Auswirkung durch das Projekt F21 resultiert. Eines wird im Norden der Altstadt liegen und ein zweites wird im Osten der Altstadt liegen. Das Stadtzentrum wird zeit weilen eine wirtschaftliche Einbusse erleiden. Wird aber die Stadt Frauenfeld diese neuen Entwicklungspotentiale nutzen, und diese neuen Entwicklungsgebiete zur Überbauung zulassen, dann wird auch das Zentrum davon profitieren. Einen zukünftigen Ausbau oder Verdichtung einer Stadt entsprechend ihren Entwicklungspotentialen optimiert die wirtschaftliche Entwicklung dieser Stadt, was sich dann städtebaulich und auch architektonisch lohnen kann.