METROPOLITAN SPACE LABORATORY
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Die urbane Simulation der Stadt Berlin

Eine der zentralsten Arbeiten des Metropolitan Space Laboratory ist die Simulation der deutschen Hauptstadt Berlin. Die urbane Simulation Berlins, welche in den neunziger Jahren entstanden ist, zeigt die Entwicklung des gesamten städtischen Gebiets der Stadt. Errechnet wurden diese Entwicklungsstadien aus dem umfangreichen Datenmaterial der städtischen Infrastruktur, welche für den Zeitraum zwischen 1990 bis 2010 geplant und bis heute zum Teil ausgeführt wurde. Mit dieser urbanen Simulation können zukünftige Entwicklungen, ihre differenzierten Entwicklungsphasen und Planungsvarianten simuliert werden. Das angewandte Datenmaterial wurde bei den Berliner Senatstellen, statistischen Landesämtern, Landeskartenwerken und bei verschiedenen Unternehmen und Investoren, welche in Berlin Bauten erstellen oder in Planung haben, zusammengetragen.

Mittels dieser Simulation konnten wir die wirtschaftlichen und soziokulturellen Entwicklungen der Stadt Berlin von heute bereits 1991 prognostizieren. In zwischen wurde die Simulation mehrmals mit den neusten Daten aktualisiert. In der Simulation sind die wirtschaftlichen Lagen zum Vergleich mit den Farben Rot für die beste wirtschaftliche Lage und dem Farbspektrum entlang über Gelb, Grün bis Blau für die wirtschaftlich schlechten Lagen der Stadt gekennzeichnet.

Bestandesaufnahme und Analyse:

Das Bild 1 zeigt den Zustand der Stadt Berlin um 1990. Die stärksten Entwicklungsgebiete lagen im Stadtbezirk Charlottenbourg bis in den östlichen Teil der Stadt Mitte, etwa der Friderichstrasse. Die Simulation zeigte weiter, die zweitstärksten Entwicklungsgebiete lagen nördlich anschliessend an den Tierpark und im nördlichen Teil der Stadt Mitte bis in den Stadtbezirk Prenzlauerberg.

Das Bild 2 zeigt die wirtschaftliche Situation Berlins zwischen 1995 bis 2002. Im Vergleich zum vorhergehenden Zustand (Bild 1) zeigte die Simulation, das Gebiet des nördlichen Teil der Stadt Mitte bis in den Stadtbezirk Prenzlauerberg gewinnt an Entwicklungspotential und wird eines der besten Entwicklungsgebiete der Stadt Berlin. Diese Entwicklung wurde durch die Zonenplanänderung der Stadt von 1994 ausgelöst, was in der Simulation nachgewiesen werden konnte. Die Zonenplanänderung hat mit diesem Entwicklungsgebiet keinen direkten Zusammenhang, doch der gesamte Einfluss der Stadt ausgelöst durch die Zonenplanänderung hat in diesem Gebiet ein starkes Entwicklungspotential bewirkt.

Berlin
Bild 1.
Berlin Zustand der Entwicklungsgebiete 1990

Berlin
Bild 2.
Berlin Zusand der Entwicklungsgebiete 1995 bis 2002

Reaktivierung der Stadt Berlin:

Die Bilder 3 - 6 zeigen eine zukünftige Entwicklung Berlins, wie sie in der Simulation gefunden wurde. Durch städtebauliche Planungen können Entwicklungsgebiete erzwungen werden (Siehe auch das Kapitel Auswirkungen der Planungen).

In der urbanen Simulation suchten wir nach jenen Planungen, die eine wirtschaftliche Reaktivierung Berlins erlauben. In verschiedenen Iterationsschritten wurden nicht nur städtebauliche Planungen, sondern auch eine optimale Reihenfolge ihrer Ausführungen gesucht. Die Reihenfolge der Planungen bestimmt ebenso die zukünftige Entwicklung einer Stadt, wie eine Planungen selbst. Für die Suche einer wirtschaftlich optimalen Entwicklung der Stadt Berlin wurden in der Simulation nur Planungen verwindet, wie sie der Senat vorgesehen hat. Gewisse Planungen wurden etwas modifiziert, jedoch so, dass sie immer noch den Planungen des Senats entsprechen. Das Resultat aus der Simulation für eine Reaktivierung der Stadt Berlin sieht wie folgt aus.

Zu den bereits bestehenden wirtschaftlichen Zentren könnten nach unseren Analysen zwei weitere entstehen: eine im Osten und eine im Süden von Berlin. Die strukturellen Auswirkungen dieser simulierten Planungen erzeugen Entwicklungspotentiale, welche die neuen Zentrumslagen wirtschaftlich stärken. Damit liesse sich ein wirtschaftlicher Aufschwung in Berlin erzielen und sie könnte gar zu einer Welthandles-Metropole aufsteigen.

Die Stadt Berlin leidet massgeblich daran, dass ihre urbanen Strukturen mit den wirtschaftlichen Anforderungen nicht übereinstimmen. Diese Zentren benötigen für ihre Funktionstüchtigkeit eine gewisse Dichte. Damit sich aber ein wirtschaftlicher Erfolg der Stadt, d.h. dieser Zentren einstellen kann, müssen sie im städtischen Gefüge und zueinander in einer bestimmten Anordnung liegen. Wirtschaftliche Zentren können nicht willkürlich geplant werden. Sie müssen dort erstellt werden, wo durch das städtische Gefüge und zukünftiger Planungen ein dementsprechendes wirtschaftliches Entwicklungspotential gegeben ist. Ein Entwicklungspotential kann durch strategisch ermittelte städtebauliche Planungen erzielt werden, wie das in den Bildern 3 – 6 dargestellt ist. Im wesentlichen bestimmt die Anordnung der Gebäude zueinander, deren Nutzung sowie die Verkehrsführung den wirtschaftlichen Erfolg einer Stadt.

Diese Simulation der Stadt Berlin hat gezeigt, dass es möglich ist, diese Stadt zu reaktivieren. Die erstellte urbane Simulation ist jedoch sehr weitmaschig. Um unsere Arbeit fortzusetzen und eine genauere Simulation der Stadt Berlin zu erarbeiten, suchen wir Sponsoren und Gönnerschaften, die unsere Arbeit unterstützen wollen.
Eine solche Simulation kann der Stadt Berlin als Planungsgrundlage dienen und die Investoren könnten in thematischen Karten erkennen, wie viel in welchem Zeitabschnitt in der Stadt Berlin investiert werden kann.

Berlin
Bild 3.
Simulierte zukünftige Entwicklung der Reaktivierung Berlins

Berlin
Bild 4.
Simulierte zukünftige Entwicklung der Reaktivierung Berlins

Berlin
Bild 5.
Simulierte zukünftige Entwicklung der Reaktivierung Berlins

Berlin
Bild 6.
Simulierte zukünftige Entwicklung der Reaktivierung Berlins

Autor: Aurelius Bernet