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Auswirkung des Verkehrs und der Mobilität:
Die Zunahme des Verkehrs und der Mobilität verändern eine Stadt oder urbane Region ebenso, wie städtebauliche Planungen. Einfluss in die zukünftige Entwicklung ist jedoch dynamischer Art. Nimmt der Verkehr für eine gewisse Zeit des Tages zu, zum Beispiel bei Stossverkehr, so verschieben sich die Entwicklungspotentiale. Die Entwicklungspotentiale sind ein Mass für die Wirtschaftlichkeit der Nutzungen. Das bedeutet also, dass der wirtschaftliche Erfolg an dem einen Ort abnimmt, und am andern Ort zunimmt, wo sich die Entwicklungspotentiale verschoben haben. Nimmt der Verkehr allgemein zu, durch Zuwachs der Fahrzeughalter, dann können sich die Entwicklungspotentiale auf Dauer verschieben.
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Welche Auswirkungen der zu- und abnehmenden Verkehr auf eine Stadt haben kann, zeigt ganz deutlich die
Simulation Frauenfeld.
Diese Simulation ist als Diplomarbeit an der Fachhochschule Rapperswil entstanden. Die beiden Situationen von Bild 1 und Bild 2 unterscheiden sich durch das Projekt F21. Das Projekt F21 ist eine Umfahrungsstrasse, welche im Bild 2 eingetragen ist. Das Bild 1 zeigt abwechselnd, wie bei normalem Verkehr sich die Entwicklungspotentiale im Zentrum der Stadt konzentrieren, und bei übermässigem Verkehr sich die Entwicklungspotentiale beidseitig östlich und westlich aus dem Zentrum verschieben. Das Bild 2 zeigt die Situation mit der zusätzlichen Umfahrungsstrasse, dem Projekt F21. Die Entwicklungspotentiale sind bereit durch die F21 nach norden verschoben worden. In dieser Situation werden sich die Entwicklungspotentiale bei normalem Verkehr nördlich des Zentrums konzentrieren und bei übermässigem Verkehr einseitig nach Osten verschieben. Das Verschieben der Entwicklungspotentiale durch den zu- und abnehmenden Verkehr hat konkrete Konsequenzen für das Verhalten dieser Stadt und der Stadtbewohner. Wer vor oder nach dem Stossverkehr nach hause kommt, wird sich im Zentrum oder zukünftig nördlich vom Zentrum ansiedeln. Wer mit dem Stossverkehr nach hause kommt, wird sich östlich oder westlich ausserhalb des Zentrums ansiedeln und nach der Fertigstellung der F21 tendenziell nur noch westlich der Stadt ansieden, wie im Bild zwei zu sehen ist. Die zweite Gruppe, welche mit dem Stossverkehr nach hause kommt, definiert sich typischerweise durch den Pendlerverkehr. Diese Gebiete, welche durch die zweite Gruppe besiedelt wird, müsste dann zukünftig tendenziell für die Anspruche der Pendler ausgebaut oder verdichtet werden.
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Bild 1: Simulation Frauenfeld ohne F21
Bild 2: Simulation Frauenfeld mit F21
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In der Spielsimulation
Metropolitan Simulation Game können Sie den zu- und abnehmenden Verkehr simulieren und das pulsieren an einer eigenen entworfenen Stadt selber erfahren.
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Das folgende Beispiel zeigt, wie sich die Verteilung der Nutzungen und das Verhalten einer Stadt ändern können, wenn Geschwindigkeitsbegrenzungen der Strassen geändert werden. Das Experiment wird mit normaler Verkehrsbelastung simuliert. Bild 3 zeigt eine Situation einer Stadt, in der die maximale Geschwindigkeit auf allen Strassen mit 50 km/h begrenzt ist, ausgenommen gewisser Quartiere. Die stärksten Entwicklungspotentiale zentrieren sich im Zentrum dieser Stadt. In dieser Situation wird auf den Strassen im Stadtzentrum die maximale Geschwindigkeit auf 30 km/h beschränkt. Gezeigt wird dieses Projekt im Bild 4. Innerhalb des roten Kreises wird die maximale Geschwindigkeit aller gelb markierten Strassen von 50 km/h auf 30 km/h herunter gesetzt. Bild 5 zeigt die Auswirkungen und den Einfluss in die zukünftige Entwicklung dieser Stadt nach der Durchführung dieses Projekts. Die Entwicklungspotentiale verschieben sich durch diese Geschwindigkeitsbegrenzungen aus dem Stadtzentrum. Weitere städtebauliche Massnamen können eine solchen Effekt noch verstärken. Die zukünftige Verteilung der Nutzungen und das Verhalten der Stadt wird sich ändern. Nutzungen die auf ein wirtschaftliches Einkommen angewiesen sind, werden versuchen dem Entwicklungspotentiale zu folgen. Wenn diese Möglichkeit, durch fehlende Bausubstanz nicht gegeben ist, werden sie gezwungen sein diese Stadt zu verlassen. Die Stadt müsste, um diese Nutzungen zu behalten, entsprechend den Entwicklungspotentialen zukünftig Ausbauen. Das Zentrum selber wird jedoch unweigerlich von der Abwanderung der vorhergehenden Nutzungen bedroht sein. Das muss aber nicht bedeuten, dass das Zentrum dieser Stadt deswegen verloren ist. Es können andere Werte hervor gehoben werden, welche das Zentrum wieder attraktiv für andere Nutzungen macht. Wenn aber zusätzlich nichts unternommen würde, wird diese Stadt durch das Verlagern der Entwicklungspotentiale wirtschaftlich verlieren. Damit sich diese Stadt in Zukunft wirtschaftlich behaupten kann, muss sie sich verändern können.
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Bild 3: Generell 50 km/h
Bild 4: Einführung der 30 km/h Zone
Bild 5: Auswirkung der Geschwindigkeitsbegrenzung
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Autor: Aurelius Bernet
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